Jan 28 ,10
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Wiener Bauordnung §79 Vorgärten, Abstandsflächen und gärtnerisch auszugestaltende Flächen

Die Wiener Bauordnung ist eine textliche Abhandlung der baulichen Bestimmungen. Da die Texte größtenteils schwer lesbar sind, versuche ich hiermit die wesentlichen Informationen in Form einer Illustration darzustellen.

Neben der Illustration ist der Text aus der Bauordnung kopiert. Unterstrichen sind wesentlichen Textbestandteile.

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Wiener Bauordnung § 79

Kurzfassung §79 | Fokus Wohnbau


1. Der Vorgarten ist der an der Baulinie, Straßenfluchtlinie oder Verkehrsfluchtlinie gelegene Grundstreifen, der frei bleibt, wenn durch den Bebauungsplan das Anbauen eines Gebäudes an diesen Fluchtlinien untersagt ist. Seine Tiefe beträgt 5 m soweit im Bebauungsplan nicht anders beschrieben.

2. siehe Originaltext unten

3. In der offenen Bauweise bei

  • Bauklassen I und II min. 6 m
  • Bauklasse III min. 12 m
  • Bauklasse IV min. 14 m
  • Bauklasse V min. 16 m
  • Bauklasse VI min. 20 m
  • muß der Abstand der Gebäude von Nachbargrenzen betragen.

    Die Fläche, die zwischen den Nachbargrenzen und den gedachten Abstandslinien liegt, wird als Abstandsfläche bezeichnet.

    Die Abstandsflächen darf mit Gebäuden auf höchstens die Hälfte des Abstandes an die Nachbargrenzen herangerückt werden

    Wobei die hinausragenden Flächen in

  • Bauklassen I und II 45 m²
  • Bauklasse III 90 m²
  • Bauklasse IV 105 m²
  • Bauklasse V 120 m²
  • für ein Gebäude nicht überschreiten darf;

    Für den gesamten Bauplatz (sofern mehrere Gebäude) darf die Summer der Überstände den doppelten Wert nicht übersteigen (z.B. Bauklasse III 180m²)

    4. In der gekuppelten, in der offenen oder gekuppelten und in der Gruppenbauweise gelten die Bestimmungen des Abs. 3 für alle jene Gebäudefronten, die nicht an die Grundgrenze angebaut werden.

    6. (…) Darüber hinaus sind Schwimmbecken bis zu einem Gesamtausmaß von 60 m3 Rauminhalt zulässig; (…)

    7. Kommt entsprechend den Bestimmungen des Bebauungsplanes die gärtnerische Ausgestaltung zur Ausführung, ist je angefangene 250 m2 Gartenfläche ein Baum in verschulter Qualität zu pflanzen; ausgenommen davon sind Gebiete der Bauklasse I.

    §79 Vorgärten, Abstandsflächen und gärtnerisch auszugestaltende Flächen – ORIGINAL


    (1)
    Der Vorgarten ist der an der Baulinie, Straßenfluchtlinie oder Verkehrsfluchtlinie gelegene Grundstreifen, der frei bleibt, wenn durch den Bebauungsplan das Anbauen eines Gebäudes an diesen Fluchtlinien untersagt ist. Seine Tiefe beträgt 5 m, soweit im Bebauungsplan durch Fluchtlinien nicht eine andere Tiefe festgesetzt wird. Unterirdische Gebäude oder Gebäudeteile bleiben bei der Ermittlung der bebauten Fläche außer Betracht.

    (2)
    Fenster, die gegen Nachbargrenzen gerichtet sind, müssen von diesen mehr als 2 m entfernt sein; ausgenommen davon sind Fenster gegen öffentliche Erholungsflächen.

    (3)
    In der offenen Bauweise muß der Abstand der Gebäude von Nachbargrenzen in den
    Bauklassen I und II min. 6 m
    Bauklasse III min. 12 m
    Bauklasse IV min. 14 m
    Bauklasse V min. 16 m
    Bauklasse VI min. 20 m betragen.

    Die Fläche, die zwischen den Nachbargrenzen und den gedachten Abstandslinien liegt, wird als Abstandsfläche bezeichnet.

    Die Abstandsflächen darf mit Gebäuden auf höchstens die Hälfte des Abstandes an die Nachbargrenzen herangerückt werden, wobei die über die gedachte Abstandslinie hinausragende bebaute Fläche je Front in den
    Bauklassen I und II 45 m2
    Bauklasse III 90 m2
    Bauklasse IV 105 m2
    Bauklasse V 120 m2
    Bauklasse VI 150 m2 nicht überschreiten darf;

    Insgesamt darf diese über die gedachte Abstandslinie hinausragende bebaute Fläche auf demselben Bauplatz in den
    Bauklassen I und II 90 m2
    Bauklasse III 180 m2
    Bauklasse IV 210 m2
    Bauklasse V 240 m2
    Bauklasse VI 300 m2 nicht überschreiten.

    (4)
    In der gekuppelten, in der offenen oder gekuppelten und in der Gruppenbauweise gelten die Bestimmungen des Abs. 3 für alle jene Gebäudefronten, die nicht an die Grundgrenze angebaut werden.

    (5)
    In Gartensiedlungsgebieten müssen die Gebäude auf den Baulosen von der Achse der Aufschließungswege einen Mindestabstand von 4 m aufweisen. Wird das Gebäude nicht unmittelbar an Grundgrenzen errichtet, muss es von diesen einen Abstand von mindestens 2 m einhalten. Dieser Abstand ist mit Ausnahme von Nebengebäuden von jeder Bebauung freizuhalten. Für das Anbauen an Grundgrenzen bedarf es nicht der Zustimmung des Eigentümers der Nachbarliegenschaft.
    Baulose dürfen auch geschlossen bebaut werden.

    (6)
    Vorgärten, Abstandsflächen und sonstige gärtnerisch auszugestaltende Flächen sind, soweit auf diesen Flächen zulässige Bauwerke oder Bauwerksteile nicht errichtet werden, gärtnerisch auszugestalten und in gutem Zustand zu erhalten.

    Befestigte Wege und Zufahrten, Stützmauern, Stufenanlagen, Rampen uä. sind nur im unbedingt erforderlichen Ausmaß zulässig.

    Darüber hinaus sind Schwimmbecken bis zu einem Gesamtausmaß von 60 m3 Rauminhalt zulässig; diese müssen von Nachbargrenzen einen Abstand von mindestens 3 m haben, sofern der Nachbar nicht einem geringeren Abstand zustimmt.

    (7)
    Kommt entsprechend den Bestimmungen des Bebauungsplanes die gärtnerische Ausgestaltung zur Ausführung, ist je angefangene 250 m2 Gartenfläche ein Baum in verschulter Qualität zu pflanzen; ausgenommen davon sind Gebiete der Bauklasse I.

    2 Responses to “Wiener Bauordnung §79 Vorgärten, Abstandsflächen und gärtnerisch auszugestaltende Flächen”

    1. Peter Liaunig says:

      Vielen Dank für die sehr anschauliche Erläuterung! Die Skizze ist toll und sehr hilfreich-weil verständlich. Ich versuche schon seit Jahren die Baupolizei zu überzeugen eine Bauordnung mit genau solchen Zeichnungen aufzulegen, damit es alle Beteiligten leichter haben, aber bis dato ohne Erfolg. Mir ist übrigens eine winzige Kleinigkeit aufgefallen die einer Korrektur bedarf und zwar beim Schwimmbecken: hier sind die Kubikmeter und nicht die Flächen vorgegeben. Danke!

    2. Franz Moser says:

      Sehr geehrter Hr. Liaunig

      Danke für das Lob und die Anmerkung. Nachdem ich nicht mehr in Wien arbeite, habe ich mich leider nicht mehr weiter mit der Verbildlichung der Bauordnung beschäftigt.

      Die Notwendigkeit Bestimmungen für visuelle Menschen bildhaft darzustellen ist allerdings unbestritten.

      Leider sind die Texte sehr komplex und daher sehr aufwändig diese darzustellen. Möglicherweise wäre es sinnvoller mehrere Skizzen pro Bauordnung zu machen.

      DANKE

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